| Aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Trusetal | |
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| Im Mittelalter kam es immer wieder zu Feuersbrünsten, die nicht selten ganze Ortschaften verwüsteten. Die dadurch oftmals entstandene Not unter den Betroffenen veranlassten schließlich die Landesherren, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und mit entsprechenden Feuerverordnungen den Brandschutz zu organisieren. |
| Am 11.November 1738 setzte Landgraf Friedrich von Hessen eine Feuerverordnung mit 23 Verhaltensregeln für alle hessischen Dorfschaften in Kraft. Ein Jahr später erhielten alle Dorfschulzen in Hessen, also auch die Vorsteher der Trusedörfer, eigens eine gedruckte Dorfordnung, in der auch die Feuerordnung veröffentlicht wurde. |
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| Die Dörfer hatten "Feuer-Gerätschaften" wie lederne Eimer, Leitern, Haken sowie Laternen zu beschaffen, die jährlich beim zuständigen Gericht in Herren-Breitungen spezifiziert anzumelden und nachzuweisen waren. Es waren außerdem Feuer-Herren zu bestimmen, die vierteljährlich alle Häuser auf Brandsicherheit kontrollieren mussten. Ebenfalls waren Nachtwächter bestellt, die Feuerwache hielten. Der Dienst des Nachtwächters begann in Trusetal um 22.00 Uhr und endete um 3.00 Uhr mit dem Wecken der Bergleute durch einen Tambour. Der Wächter hatte an bestimmten Stellen sein Horn zu tuten und die Stunden auszurufen. Daneben gab es noch zwei Schleichwächter, die als Reihendienst, mit Lanze bewaffnet, ständig das Dorf begehen und dabei insbesondere auf entstehende Feuer achten mussten. Diese Dienste sind unregelmäßig von der Gendarmerie kontrolliert worden. |
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| Im Falle eines Brandes hatten alle Erwachsenen bei Löscharbeiten zu helfen. Wer als Fremder nach Trusetal zog, konnte nur Ortsbürger werden, wenn er einen ledernen Feuereimer oder dessen Wert von 1 1/2 Talern in die Gemeindekasse zahlte. |
| Mit der Verbesserung der Löschtechnik, insbesondere der Anschaffung von Feuerspritzen, war es notwendig geworden, dass sich bei Löscharbeiten eine Differenzierung der Aufgaben für jeden einzelnen Brandhelfer ergab. Jeder männliche Einwohner bis 50 Jahre bekam deshalb seine Handgriffe zugewiesen. Eine spezielle und ständige Besatzung für die Feuerspritze war zusammenzustellen, die nur als eingespieltes Team in der Lage war, die Löschtechnik bei Bedarf sofort zu beherrschen. |
| Aus diesen Besatzungen entwickelten sich um 1880 / 90 die ersten freiwilligen Feuerwehrmannschaften. |
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Feuerwehrspritze um 1880 / 90 |
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| Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Trusener Feuerwehr am 10.Juli 1895. Der damalige Bürgermeister Albert Winges hatte die Feuerwehrmannschaft, der er selbst angehörte, mit der Feuerspritze zur Brandbekämpfung nach Brotterode beordert. |
| Die Feuerwehr war zu einer festen Einrichtung mit einer freiwilligen Mannschaft geworden, die der Ortsbehörde unterstand. |
| Nach dem 1.Weltkrieg brachte die Liberalisierung des Vereinswesens die Möglichkeit, dass die Feuerwehren als eingetragene Vereine eigene Rechtsfähigkeit erlangen konnten. Unter Leitung von Brandmeister Albin Messerschmidt hatte sich die Auwallenburger Feuerwehr entschlossen, ab August 1925 als eigenständiger Verein zu wirken. Diesem Beispiel folgten im März 1929 die Feuerwehr von Herges-Vogtei unter Karl Reich und im August 1029 die Mannschaft in Trusen unter Richard Peter. Auch in Elmenthal und Laudenbach gab es Löschgruppen. |
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Die Trusener Feuerwehr im Jahre 1933 |
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Die Hergeser Feuerwehr im Jahre 1933 |
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| Die Wehren von Herges-Vogtei und Auwallenburg schlossen sich im April 1937 zu einer Wehr unter Brandmeister Albin Messerschmidt zusammen. |
| Nach dem 2. Weltkrieg formierten sich die freiwilligen Feuerwehren im Juli 1945 neu. Mit der DDR-Gründung entfielen jedoch die eingetragenen Vereine. Die Feuerwehren in Trusetal sind deshalb dem Gemeinderat, dem VPKA Abteilung Feuerwehr sowie der Abteilung Inneres des Rates des Kreises dreifach unterstellt worden. |
| Ab 1952 entstanden im Trusetal-Werk und ab 1953 im VEB Eisen- und Metallwaren eigene Betriebsfeuerwehren. |
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Die Hergeser Feuerwehr im Jahre 1953 |
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| Dei Verantwortlichen der Betriebe, stellvertretend sie hier Dr. Gerhard Jung genannt, unterstützten die Betriebsfeuerwehren recht großzügig. In speziellen Vereinbarungen hatten sowohl das Sportgerätewerk als auch die Scherenfabrik ihre materielle und finanzielle Unterstützung geregelt. Mit der Wende 1990 sind die Betriebswehren aufgelöst worden. |
| Erst 1972 kam der organisatorische Zusammenschluss der Trusetaler Feuerwehr. Die Löschzüge von Herges unter Herbert Schmidt, Trusen unter Harty Ullrich, Elmenthal unter Dieter Peter und Laudenbach unter Ernst Danz bildeten eine gemeinsame Wehrleitung. Gemeinsamer Wehrleiter wurde Harty Ullrich. Die Züge behielten noch einige Jahre eine relative Selbstständigkeit und wuchsen schließlich zu einer gemeinsamen Feuerwehr zusammen. |
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Auszeichnung verdienter Feuerwehrleute 1979 |
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| Seit 1994 ist die Nachbargemeinde Wahles eingemeindet worden. Die dortige Feuerwehr entstand bereits 1922 mit dem Bau eines Spritzenhauses. Erster Brandmeister war Ernst Volk. 1945 wurde sie erneut gegründet. Wehrleiter waren bis 1980 Paul Storch, bis 1992 Hillmar Möller und bis zur Unterstellung unter die Trusetaler Wehrleitung 1994 Gerhard Beyer. |
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die Wehrleiter der Wahleser Feuerwehr |
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| Eine Arbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer unter Leitung des damaligen Wehrleiter Harty Ullrich zur Förderung des Feuerwehrnachwuchses ist im März 1970 gegründet worden. |
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| Wehrleiter Ullrich zeichnet 1987 junge Brandschutzhelfer aus |
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| Auf Initiative von Joachim Schneider entstand 1983 im Trusetal-Werk eine Frauenlöschgruppe und zwei Jahre später bildete sich auch in der örtlichen Feuerwehr eine Frauenabteilung. |
| Ein Höhepunkt in der Geschichte der Feuerwehr war die 90-Jahrfeier 1985, die mit dem 800-jährigen Ortsjubiläum zusammenfiel. Im großen Festumzug wurde der Feuerwehr ein eigenständiger Block zugewiesen, in dem die Geschichte des Brandschutzes mit historischen Uniformen und alten Techniken aber auch den damals modernsten Löschfahrzeug in mehr als 30 Einzelbildern eindrucksvoll dargestellt wurde. |
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| Festumzug 1985, Mit einer solchen Feuerwehrspritze war die |
| Trusener Feuerwehr 1895 nach Brotterode ausgerückt. |
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| Mit der Wende 1989 / 90 gründeten die ehemaligen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Trusetal sowie der Betriebswehr des Trusetal-Werkes die "Freiwillige Feuerwehr 1895 e.V." als selbstständigen Verein. |
| Erster Vereinsvorsitzender wurde der bisherige Wehrleiter Peter Ullrich. |
| Die einzelnen Gerätehäuser in den Ortsteilen entsprachen seit Jahren nicht mehr den Erfordernissen eines modernen Brandschutzes. Die Standorte waren auf dem Schulhof in Trusen, in der Schenkgasse in Herges sowie in den Backhäusern von Elmenthal und Laudenbach. |
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Das alte Feuerwehrhaus in Trusen. |
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Die Trusetaler Feuerwehr im Jahre 1993 |
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| 1992 war deshalb Grundsteinlegung für das neue Feuerwehrgerätehaus. Seit Dezember 1994 ist es mit der Unterbringung der Löschtechnik in Nutzung gegangen. Der Sozialtrakt wurde rechtzeitig zum Jubiläum fertig gestellt. Die offizielle Übergabe diese recht großzügig gestalteten schmucken Feuerwehrhauses an die Trusetaler Feuerwehr am 27.Mai 1995 bildet den Höhepunkt zur 100-Jahrfeier. Ein langgehegter Wunsch der Feuerwehrleute geht damit in Erfüllung ! |